Digitales Lesen auf per Videokonferenz

Es gibt viele Gesichtspunkte, die für die eine oder die andere Methode sprechen, um digital mit dem Kind zu lesen; entweder digital mit Apps auf dem Tablet oder digital per Videokonferenz auf Distanz. Nachfolgend sind wesentliche Aspekte für das „Digitale Lesen auf Distanz per Videokonferenz“ zusammengefasst:
- Lesen auf Distanz lässt sich jederzeit einsetzen, bei Schulbetrieb mit etablierter Lernplattform, in Schulen ohne Lernplattform-Nutzung, bei der Betreuung in Kitas und bei Betretungsverboten der Schulen.
- Die Mentor*innen gewinnen wertvolle Zeit, weil Wege ins Schulgebäude entfallen.
- Die Mentor*innen können Leselernhilfe auch für mehrere Lesekinder verschiedener Schulen anbieten, weil die räumliche Nähe zu den Lesekindern kaum eine Rolle spielt.
- Lesen auf Distanz lässt sich in Pandemiezeiten unterbrechungsfrei fortsetzen und ist auch außerhalb von Pandemiezeiten für bestimmte Mentor-Kind-Tandems geeignet, z. B. bei hoher Computeraffinität der Lesekinder sowie bei festen Arbeitszeiten oder Vorlesungszeiten der Mentor*innen.
- Lesen auf Distanz bietet den Mentor*innen eine Möglichkeit für ein MENTOR-Engagement, die sich dauerhaft isolieren müssen oder nicht ausreichend mobil sind, um den Weg in die Schule auf sich zu nehmen.
- Gleiches gilt für Mentor*innen, die längere Abwesenheits-, Urlaubs- oder Krankheitszeiten – bei weiterhin vollem MENTOR-Engagement – überbrücken möchten.
- Lesen auf Distanz ermöglicht eine weitgehende Flexibilität bei der Termingestaltung. Leselernhilfe ist flexibel sowohl in die Freizeit der Lesekinder als auch in den Schulbetrieb integrierbar – z. B. während der Schulstunden, der Hausaufgabenhilfe und während anderer, spezieller Betreuungszeiten.
Während sich die Mentor*innen während der Lesestunden zuhause, im Büro, an einem Ferienziel oder an einem anderen Ort aufhalten können, werden sich die Lesekinder in der Regel in der Schule oder zuhause befinden.
Nachfolgend sind wesentliche Aspekte für das „Digitale Lesen auf Distanz per Videokonferenz“ mit Kindern, die sich in einem Leseraum in der Schule aufhalten, zusammengefasst:
Ausprägung A) Lesen auf Distanz - Lesekind ist in der Schule
- Ein ruhiger verlässlicher Raum in der Schule sorgt für mehr Konzentration beim Lesen; Störungen durch Familienangehörige sind ausgeschlossen.
- Das Gerät (Tablet) des Lesekindes wird von der Schule professionell installiert und regelmäßig administriert, wobei die Vorschriften des Jugendschutzes eingehalten sind.
- Anfallende Kosten für den Internetzugang mit dem Tablet des Lesekindes trägt die Schule.
- Das Tablet wird den Lesekindern termingerecht von der Lehrkraft bereitgestellt, verlässlich und in aufgeladenem Zustand.
- Die Schule sorgt bei Bedarf für eine anfängliche Betreuung des Kindes bei der Einwahl in die Lernplattform.
- Die Terminabsprache erfolgt verlässlich und passend zum unverzichtbaren Lernstoff in der Verantwortung der Lehrkräfte.
- Die Kinder werden von den Lehrkräften zum Lesen „angehalten“, sodass nachrangige Hinderungsgründe zu den verabredeten Terminen kaum eine Rolle spielen.
- Bei unvorhersehbaren Abwesenheiten von Kindern kann schnell eine „Stellvertreterlösung“ von den Lehrkräften gefunden werden.
- Die administrative Pflege der Lernplattform (z. B. Rechtevergabe, Fehleranalyse) wird seitens der Schule gewährleistet.
- Bei Nutzung einer Lernplattform ist ein zeitlich gesteuerter Verbindungsabbruch (z. B. bei Basisversionen von marktgängigen Videokonferenzsystemen) ausgeschlossen.
Nachfolgend sind wesentliche Aspekte für das „Digitale Lesen auf Distanz per Videokonferenz“ mit Kindern, die sich zuhause aufhalten, zusammengefasst:
Ausprägung b) Lesen auf Distanz - Lesekind ist zuhause
- Die Lesekinder sind ausgeruhter und haben oft schon gegessen.
- Bei verbreiteter Raumknappheit muss kein Leseraum in der Schule gestellt werden.
- Häufigere Treffen in der Woche oder sogar in den Ferien sind leicht abzusprechen.
- Die sehr flexible Termingestaltung kommt bestimmten Mentor-Kind-Tandems entgegen, z. B. bei festen Ausbildungs-, Vorlesungs- oder Berufsschulzeiten älterer Lesekinder.
- s sind (alternativ zu den schulischen Lernplattformen) auch marktgängige Videokonferenzsysteme nutzbar, z.B. ZOOM. In diesen Fällen sind die Mentoren*innen auf eigenständige Fehleranalyse und Softwarepflege angewiesen.
- Die Eltern werden in die Leselernhilfe aktiv einbezogen.
- Die Schule muss keine Aufsicht stellen.
- Die technische Infrastruktur der Schule spielt keine Rolle (Tablets und WLAN).
- Die verlässliche Bereitstellung einer stabilen WLAN-Verbindung und eines aufgeladenen und regelmäßig gewarteten Geräts erfolgt allein durch Sorgeberechtigte.
Wenn Sie mehr zur Methode des „digitalen Lesens mit Apps auf dem Tablet“ wissen möchten, informieren Sie sich bitte im Menüpunkt „Digitales Lesen mit Apps auf dem Tablet“.
Eine Vergleichstabelle stellt die Vor- und Nachteile der Methode „Digitales Lesen mit Apps auf dem Tablet“ der Methode „Digitales Lesen auf Distanz per Videokonferenz“ gegenüber. Sie können diese hier herunterladen:
Heike Landsberg (Koordination von MENTORen in Laatzen)
Renate Kantorek (Mentorin an der Grundschule Mühlenberg)

